Auf einen Blick: WhatsApp ist praktisch für die Kommunikation mit Familie und Freunden – aber auch ein beliebtes Ziel für den „Enkeltrick per Messenger”. Diese Anleitung erklärt die wichtigsten Sicherheitseinstellungen.
WhatsApp im Alltag
WhatsApp ist eine der meistgenutzten Apps in Deutschland – auch bei Seniorinnen und Senioren. Man kann kostenlos Nachrichten, Fotos und Sprachnachrichten verschicken und telefonieren. Das ist sehr praktisch, bringt aber auch Risiken mit sich: Betrüger nutzen WhatsApp zunehmend für den „Enkeltrick” und andere Betrugsmaschen.
Die wichtigsten Sicherheitseinstellungen
Zwei-Schritt-Verifizierung aktivieren (sehr wichtig!)
Die Zwei-Schritt-Verifizierung schützt dein Konto vor Übernahme:
- WhatsApp öffnen
- Unten rechts: drei Punkte → Einstellungen
- Konto → Zwei-Schritt-Verifizierung
- Aktivieren antippen
- Eine sechsstellige PIN festlegen (nicht vergessen!)
- Optional: E‑Mail-Adresse hinterlegen (für PIN-Wiederherstellung)
💡 Warum das wichtig ist: Mit dieser PIN kann niemand deine Nummer auf einem anderen Gerät registrieren – selbst wenn jemand deine SIM-Karte kennt.
Profilbild, Status und „Zuletzt online” einschränken
- Einstellungen → Datenschutz
- Folgende Optionen auf „Meine Kontakte” oder „Niemand” setzen:
- Profilbild
- Zuletzt online (zeigt wann du zuletzt aktiv warst)
- Info (dein Status-Text)
- Status
So sehen nur deine gespeicherten Kontakte diese Informationen.
Wer darf dich zu Gruppen hinzufügen?
Damit du nicht in unbekannte Gruppen aufgenommen werden kannst:
- Einstellungen → Datenschutz → Gruppen
- Auf „Meine Kontakte” oder „Meine Kontakte außer…” ändern
Betrug per WhatsApp erkennen
Der „Neue Nummer”-Trick
"Hallo Mama, ich hab eine neue Nummer!
Bin's, dein Michael. Kannst du mich speichern?"
Dann folgt kurz darauf:
"Ich bin gerade in der Bank, kann aber nicht zahlen.
Kannst du für mich kurz 500 € überweisen?
Gebe ich zurück wenn wir uns sehen."
Was tun:
- Unbekannte Nummer, die einem Familienmitglied gehören soll? → Anrufen unter der dir bekannten alten Nummer!
- Geldüberweisungen NIEMALS per WhatsApp-Anfrage – egal wie dringend es klingt
Kettenbriefe und Fake-Gewinne
"Herzlichen Glückwunsch! Du bist einer der ersten 100
WhatsApp-Nutzer und hast einen Amazon-Gutschein gewonnen!
Klick hier: [Link]"
- Sofort löschen
- Link nicht anklicken
- Nicht weiterleiten (so verbreitet sich der Betrug)
Nachrichten von unbekannten Nummern
- Unbekannte Nummer, die nach persönlichen Daten fragt? → Blockieren und melden
- Jemand bittet um SMS-Code oder Kontonummer? → Niemals weitergeben
Unbekannte Kontakte blockieren und melden
Wenn du Nachrichten von unbekannten Nummern bekommst, die verdächtig erscheinen:
- Nachricht antippen und gedrückt halten
- Drei Punkte → Melden (sendet Informationen an WhatsApp)
- Kontakt öffnen → Kontakt blockieren
Geblockte Kontakte können dir weder Nachrichten noch Anrufe schicken.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Was das bedeutet
WhatsApp verschlüsselt alle Nachrichten automatisch – das bedeutet, dass außer dir und dem Empfänger niemand (auch nicht WhatsApp selbst) den Inhalt lesen kann.
Das schützt deine Nachrichten vor Mitlesen – aber nicht vor Betrugsmaschen, bei denen du selbst Geld überweist. Verschlüsselung hilft nicht wenn jemand dich direkt anschreibt und täuscht.
Datenschutz-Alternativen zu WhatsApp
WhatsApp gehört zu Meta (Facebook-Konzern). Wer mehr Datenschutz möchte:
| App | Vorteil |
|---|---|
| Signal | Höchste Datenschutzstandards, Open Source |
| Threema | Kein Konto nötig, Schweizer Server (kostenpflichtig: ~4 €) |
| iMessage | Für iPhone-Nutzer, sehr sicher |
Fazit
WhatsApp ist einfach und praktisch – und mit den richtigen Einstellungen auch sicher. Die drei wichtigsten Schritte: Zwei-Schritt-Verifizierung aktivieren, Profilbild und Status auf „Meine Kontakte” einschränken, und bei verdächtigen Geldanfragen immer zuerst direkt anrufen statt per WhatsApp zu antworten.