Auf einen Blick: Beim Identitätsdiebstahl nutzen Kriminelle deine persönlichen Daten, um Verträge abzuschließen oder Einkäufe zu machen. Wer schnell und strukturiert reagiert, kann den Schaden erheblich begrenzen.
Was ist Identitätsdiebstahl?
Beim Identitätsdiebstahl nutzen Täter persönliche Daten – Name, Anschrift, Geburtsdatum, Kontodaten oder Ausweisnummer – um im Namen der betroffenen Person:
- Verträge abzuschließen (Handy, Streaming, Kredit)
- Waren zu bestellen (auf Rechnung, die du nie gesehen hast)
- Konten zu eröffnen und damit weiteren Betrug zu begehen
Betroffene erfahren vom Missbrauch häufig erst durch Mahnungen, Inkassobriefe oder einen unerklärlichen Schufa-Eintrag.
Wie kommen Täter an deine Daten?
| Quelle | Wie Daten gestohlen werden |
|---|---|
| Datenlecks | Deine E‑Mail + Passwort aus gehackter Datenbank (z.B. Ebay 2014, LinkedIn 2021) |
| Phishing | Du gibst Daten auf einer gefälschten Website ein |
| Fakeshops | Kauf in einem Fake-Online-Shop mit echten Adressdaten |
| Social Media | Vollständiges Profil mit Geburtsdatum, Wohnort, Arbeitgeber |
| Briefeinwurf/Diebstahl | Kontoauszüge aus Briefkasten, Ausweis bei Diebstahl |
| Darknet-Marktplätze | Datenpakete aus mehreren Quellen werden gebündelt verkauft |
Typische Folgen von Identitätsdiebstahl
- Abonnements für Streaming-Dienste oder Dating-Portale auf deinen Namen
- Bestellungen von Elektronikartikel auf Rechnung – Mahnung kommt zu dir
- Kreditanträge im Namen mit deiner Bonität
- Negativer Schufa-Eintrag durch nicht bezahlte Rechnungen
- Konto wird übernommen und für Geldwäsche verwendet
Sofortmaßnahmen: Diese 6 Schritte in dieser Reihenfolge
Schritt 1: Bank und Zahlungsdienste informieren
Wenn Konto- oder Kreditkartendaten betroffen sein könnten:
- Sperr-Notruf: 116 116 (24/7 erreichbar, kostenlos)
- Oder direkt bei deiner Bank anrufen
- Kreditkarte sperren und neu ausstellen lassen
Schritt 2: Passwörter aller relevanten Konten ändern
Besondere Priorität:
- E‑Mail-Konto (Türöffner für alle anderen!)
- Online-Banking
- Amazon, eBay, PayPal
- Alle Dienste mit hinterlegter Adresse oder Zahlungsdaten
Schritt 3: 2FA überall aktivieren
Zwei-Faktor-Authentifizierung macht Kontoübernahmen trotz gestohlenem Passwort fast unmöglich.
Schritt 4: Strafanzeige erstatten
- Bei jeder Polizeidienststelle vor Ort
- Oder: Online-Wachen der Bundesländer (z.B. NRW, Bayern)
- Wichtig: Alle Belege mitbringen / beifügen
Die Anzeige ist entscheidend, um unberechtigte Forderungen abzuwehren und gegenüber Inkasso-Unternehmen nachzuweisen, dass Betrug vorliegt.
Schritt 5: Schufa und Auskunfteien informieren
- Kostenlose Schufa-Datenübersicht anfordern: meineschufa.de → „Datenkopie nach Art. 15 DSGVO” (einmal jährlich kostenlos)
- Schufa über den Identitätsmissbrauch informieren (telefonisch oder schriftlich)
- Falsch angelegte Einträge anfechten und richtigstellen lassen
- Bei Bedarf: Schufa-„Identitätsschutz” einrichten
Schritt 6: Unberechtigten Forderungen schriftlich widersprechen
Bei Rechnungen, Mahnungen oder Inkasso-Schreiben:
- Nicht zahlen ohne Prüfung
- Schriftlich widersprechen: „Ich habe diesen Vertrag nicht geschlossen. Es liegt ein Fall von Identitätsdiebstahl vor, zu dem ich Strafanzeige erstattet habe (Aktenzeichen: …).”
- Mustervorlagen gibt es kostenlos bei der Verbraucherzentrale
Identitätsdiebstahl frühzeitig erkennen
Diese Signale können auf laufenden Missbrauch hinweisen:
- Rechnungen oder Mahnungen für unbekannte Käufe
- Ablehnung bei Kreditantrag durch schlechten Schufa-Score
- Login-Probleme bei deinen Konten
- E‑Mails über Bestellungen/Konten, die du nicht angelegt hast
- „Ihr Konto wurde von einem neuen Gerät verwendet”
💡 Tipp: Nutze HaveIBeenPwned (haveibeenpwned.com) und den HPI Identity Leak Checker (sec.hpi.de/ilc/), um zu prüfen, ob deine E‑Mail-Adresse in bekannten Datenlecks aufgetaucht ist.
Prävention: So schützt du dich vor Identitätsdiebstahl
| Maßnahme | Wirkung |
|---|---|
| Starke, einzigartige Passwörter | Verhindert Konto-Übernahmen nach Datenlecks |
| 2FA aktivieren | Selbst bekannte Passwörter reichen nicht mehr |
| Vorsicht bei Dateneingaben | Nur legitime, geprüfte Websites verwenden |
| Regelmäßige Schufa-Auskunft | Früherkennung unbekannter Einträge |
| Postfach sichern | Kein offener Briefkasten, wichtige Post beachten |
| Altdaten löschen | Alte Konten, Apps und Dienste deaktivieren/löschen |
Fazit
Identitätsdiebstahl kann jeden treffen – die Datenlecks der letzten Jahre betreffen Hunderte Millionen Nutzer. Wer regelmäßig seinen Schufa-Score prüft, starke Passwörter mit Passwortmanager nutzt und 2FA aktiviert, macht es Tätern erheblich schwerer. Und wenn doch etwas passiert: strukturiert und schnell reagieren.
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