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Synology vs. QNAP: Sicherheitsvergleich für Privatnutzer und KMU – Cyberschutzheld

Synology oder QNAP – welches NAS-System ist sicherheitstechnisch die bessere Wahl? Der Vergleich von Update-Politik, Sicherheitslücken und Schutzfunktionen.

📅 18. September 2026

Synology vs. QNAP: Sicherheitsvergleich für Privatnutzer und KMU

Synology und QNAP sind die beiden mit Abstand bekanntesten Hersteller von NAS-Systemen für Privatanwender und kleine Unternehmen. Beide bieten ausgereifte, funktionsreiche Betriebssysteme, unterscheiden sich aber in wichtigen sicherheitsrelevanten Details, die bei einer Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollten. Dieser Vergleich konzentriert sich bewusst nicht auf Geschwindigkeit oder Preis, sondern ausschließlich auf die für die IT-Sicherheit relevanten Aspekte beider Plattformen.

Die Betriebssysteme im Grundüberblick

Synology setzt auf sein eigenes, Linux-basiertes Betriebssystem DSM (DiskStation Manager), das für seine aufgeräumte, konsistente Benutzeroberfläche bekannt ist. QNAP nutzt mit QTS (QNAP Turbo System) ein vergleichbares, ebenfalls Linux-basiertes System, das traditionell etwas mehr Konfigurationsmöglichkeiten und Zusatzfunktionen für technisch versierte Nutzer bietet, dafür aber auch komplexer in der Bedienung sein kann. Beide Systeme werden über einen App-Store-ähnlichen Mechanismus um Zusatzpakete erweitert, was Funktionalität und potenzielle Angriffsfläche gleichermaßen vergrößert.

Sicherheitslücken im Jahr 2026 im Vergleich

Beide Hersteller waren 2026 von kritischen Sicherheitslücken betroffen, was zeigt, dass keines der beiden Systeme grundsätzlich immun gegen Schwachstellen ist. Bei Synology sorgte eine kritische Lücke im Telnet-Dienst mit einer CVSS-Bewertung von 9,8 für Aufsehen, zusätzlich zu einer früheren Schwachstelle im TNET-Modul, die mit dem DSM-Update auf Version 7.3.2 geschlossen wurde. Eine Untersuchung in der Schweiz ergab, dass zum Zeitpunkt der Analyse mehr als 60 Prozent aller öffentlich erreichbaren Synology-Systeme im Land verwundbar waren – ein Hinweis darauf, wie viele Nutzer Updates verschleppen, nicht auf eine grundsätzliche Schwäche der Plattform selbst.

Bei QNAP wurden im Januar 2026 mehrere Schwachstellen gemeldet, die verschiedene Angriffsszenarien auf QTS-Systeme ermöglichten, wobei QNAP betonte, dass für einige Angriffswege zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein mussten. Im Mai 2026 folgte die sogenannte „Copy Fail”-Schwachstelle CVE-2026-31431, bei der in der QNAP-Community selbst diskutiert wurde, dass ein bestimmtes Kernel-Modul in manchen NAS-Modellreihen möglicherweise nicht korrekt kompiliert war. Diese Unsicherheit in der öffentlichen Kommunikation wurde von einigen Nutzern kritisch angemerkt, da sie die Einschätzung des tatsächlichen Risikos erschwerte.

Insgesamt zeigt der Vergleich: Beide Hersteller sind faktisch gleichermaßen von schweren Sicherheitslücken betroffen. Der entscheidende Unterschied liegt weniger in der Häufigkeit der Lücken als in der Reaktionsgeschwindigkeit und der Klarheit der Kommunikation, wobei Synology im Fall der kritischen Telnet-Lücke vergleichsweise zügig reagierte, während bei QNAP in der Nutzer-Community teilweise Unklarheiten über die genaue Modellbetroffenheit diskutiert wurden.

Update-Politik und Patch-Verfügbarkeit

Synology verfolgt traditionell eine konservativere Update-Strategie mit klar getrennten Long-Term-Support- und aktuellen Versionslinien, was die Kompatibilität älterer Geräte über einen längeren Zeitraum sicherstellt, gleichzeitig aber bedeuten kann, dass neue Sicherheitsfunktionen älteren Modellen erst mit Verzögerung zur Verfügung stehen. QNAP aktualisiert seine Firmware im Vergleich häufiger mit neuen Funktionen, was einerseits von schnelleren Verbesserungen profitiert, andererseits aber auch eine größere Angriffsfläche durch häufigere Codeänderungen mit sich bringen kann.

Beide Hersteller betreiben öffentlich einsehbare Sicherheitshinweis-Seiten, auf denen neue Schwachstellen mit betroffenen Modellen dokumentiert werden. Für sicherheitsbewusste Nutzer empfiehlt es sich unabhängig vom Hersteller, diese Seiten regelmäßig zu prüfen oder die verfügbaren Benachrichtigungsdienste zu abonnieren.

Integrierte Sicherheitsfunktionen im Vergleich

Beide Plattformen bieten mittlerweile vergleichbare Kernfunktionen: Zwei-Faktor-Authentifizierung, Verschlüsselung auf Ordner- und Volume-Ebene mit AES-256, eine integrierte Firewall sowie automatische Sperren nach mehreren fehlgeschlagenen Login-Versuchen. Synology punktet dabei mit einer besonders benutzerfreundlichen Umsetzung dieser Funktionen, die auch für technische Einsteiger ohne größere Einarbeitung verständlich ist. QNAP bietet im Gegenzug teilweise granularere Konfigurationsmöglichkeiten, etwa bei der Firewall-Regelverwaltung, was für technisch versierte Nutzer und kleine Unternehmen mit spezifischeren Anforderungen von Vorteil sein kann.

Beide Hersteller bieten zudem eigene, sichere Fernzugriffslösungen an, die eine Alternative zur klassischen Portweiterleitung darstellen: QuickConnect bei Synology und myQNAPcloud bei QNAP. Beide Dienste vermitteln die Verbindung über die Infrastruktur des jeweiligen Herstellers, ohne dass ein Port im Heimrouter geöffnet werden muss – funktional vergleichbar mit den in einem anderen Artikel dieser Reihe beschriebenen Lösungen wie Tailscale, allerdings herstellergebunden.

Community und Drittanbieter-Software

Ein sicherheitsrelevanter, oft unterschätzter Aspekt ist die Menge an verfügbarer Drittanbieter-Software. QNAP erlaubt traditionell etwas mehr Offenheit für Drittanbieter-Apps und eigene Docker-Container, was die Funktionsvielfalt erhöht, aber auch bedeutet, dass die Sicherheit dieser Zusatzsoftware nicht in gleichem Maße vom Hersteller selbst geprüft wird wie bei den Kernfunktionen. Synology verfolgt einen etwas restriktiveren Ansatz bei der Paketfreigabe, was die Angriffsfläche durch schlecht gepflegte Drittanbieter-Pakete tendenziell reduziert.

Empfehlung für Privatnutzer

Für private Anwender ohne tiefere IT-Kenntnisse, die vor allem eine zuverlässige, automatisierte Datensicherung und eine einfache Bedienoberfläche suchen, bietet Synology in der Praxis meist den etwas komfortableren und leichter absicherbaren Einstieg, da Sicherheitsfunktionen klar und verständlich in die Oberfläche integriert sind und seltener eine manuelle Detailkonfiguration erfordern.

Empfehlung für kleine Unternehmen

Kleine Unternehmen mit spezifischeren Anforderungen, etwa dem Wunsch nach eigenen virtuellen Maschinen, Docker-Containern oder einer granularen Firewall-Konfiguration, finden bei QNAP oft die passendere Grundlage, sollten dann aber auch bereit sein, sich intensiver mit der Konfiguration und regelmäßigen Sicherheitsüberprüfung auseinanderzusetzen, da die größere Flexibilität mit einer größeren Eigenverantwortung einhergeht.

Fazit

Weder Synology noch QNAP lässt sich pauschal als „das sicherere System” bezeichnen – beide Hersteller waren 2026 von kritischen Schwachstellen betroffen und reagierten mit zeitnahen Patches. Der entscheidende Sicherheitsfaktor liegt am Ende weniger in der Wahl des Herstellers als in der konsequenten Umsetzung der grundlegenden Schutzmaßnahmen: regelmäßige Updates, starke Authentifizierung, Verzicht auf offene Portweiterleitungen und ein funktionierendes Backup-Konzept. Wer diese Grundlagen beachtet, ist mit beiden Systemen gut aufgestellt.

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