Auf einen Blick: Cyberangriffe können selbst kleine Unternehmen in den Ruin treiben – doch lohnt sich eine Cyberversicherung? Wir erklären, was sie leistet, was sie kostet, was sie NICHT abdeckt und für wen sie sinnvoll ist.
Was ist eine Cyberversicherung?
Eine Cyberversicherung schützt Unternehmen vor den finanziellen Folgen von Cyberangriffen und IT-Sicherheitsvorfällen. Sie ist kein Ersatz für IT-Sicherheit, sondern ein ergänzender Risikopuffer für den Fall, dass Schutzmaßnahmen doch versagen.
Was deckt eine Cyberversicherung ab?
| Leistungsbaustein | Was ist abgedeckt |
|---|---|
| Eigenschäden | Datenwiederherstellung, IT-Forensik, Krisenkommunikation |
| Betriebsunterbrechung | Entgangener Umsatz während Ausfall, fixe Kosten |
| Drittschäden | Haftung gegenüber Kunden/Partnern bei Datenpannen |
| Erpressung / Ransomware | Unterstützung bei Verhandlungen (ggf. Lösegeldzahlung) |
| Service-Leistungen | 24/7-Hotline, IT-Forensiker, PR-Krisenberater |
| Bußgelder | Teilweise DSGVO-Bußgelder (abhängig vom Vertrag) |
⚠️ Wichtig: Nicht alle Policen decken alle Bausteine ab. Immer genau den Leistungsumfang und die Ausschlüsse prüfen!
Was eine Cyberversicherung NICHT leistet
- Kein Ersatz für fehlende IT-Sicherheitsmaßnahmen
- Kein Schutz bei grober Fahrlässigkeit (z.B. bekannte Lücken monatelang ignoriert)
- Kein Schutz wenn vereinbarte Mindest-Sicherheitsstandards nicht eingehalten wurden
- Keine Reparatur des Rufschadens bei Kunden
Für wen lohnt sich eine Cyberversicherung besonders?
Hohe Relevanz
- Online-Shops und E-Commerce-Unternehmen
- Steuerberater, Anwälte, Ärzte (sensible Daten)
- Unternehmen mit viel Remote-Work
- Betriebe ohne eigene IT-Abteilung
- Unternehmen mit Kreditkarten- oder Zahlungsdaten
Geringere Priorität
- Kleinstunternehmen ohne oder mit wenig Kundendaten
- Unternehmen mit sehr einfacher IT-Infrastruktur
Was kostet eine Cyberversicherung?
Richtwerte für kleine Unternehmen:
| Unternehmensgröße | Jahresprämie (ca.) | Deckungssumme (ca.) |
|---|---|---|
| Einzelunternehmen | 150 – 500 € | 100.000 – 500.000 € |
| 5 – 20 Mitarbeiter | 500 – 2.000 € | 500.000 – 2 Mio. € |
| 20 – 50 Mitarbeiter | 2.000 – 8.000 € | 2 – 5 Mio. € |
Prämien variieren stark nach Branche, Umsatz, IT-Reifegrad und Deckungsumfang.
Welche Anbieter sind bekannt?
Bekannte Anbieter (kein Werbung, nur zur Orientierung):
- Allianz (AGA / Allianz Cyber)
- Zurich (Firmen-Cyberschutz)
- Hiscox (Cyber-Protect)
- AXA (Cyber-Versicherung)
- HDI (Cyber-Tarif)
💡 Tipp: Nutze einen spezialisierten Versicherungsmakler oder Vergleichsplattformen für Gewerbeversicherungen. Die Tarife unterscheiden sich erheblich.
Voraussetzungen für Versicherungsschutz
Die meisten Anbieter verlangen Mindest-Sicherheitsstandards:
☐ Aktueller Virenschutz auf allen Geräten
☐ Regelmäßige Backups (idealerweise 3-2-1-Regel)
☐ Aktuelle Betriebssysteme und Software (keine EOL-Systeme)
☐ Passwort-Policy und MFA für kritische Zugänge
☐ Schulungen für Mitarbeiter
☐ Klarer Notfallplan / Incident-Response-Prozess
Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, kann der Versicherer im Schadensfall die Leistung verweigern oder kürzen.
Fazit
Eine Cyberversicherung ist für viele KMU ein sinnvoller Risikopuffer – aber nur als Ergänzung zu echter IT-Sicherheit. Wer die Grundlagen (Backup, Updates, MFA, Schulungen) noch nicht im Griff hat, sollte zuerst dort investieren. Mit solidem Fundament ist eine Cyberpolice dann eine kluge Absicherung gegen das Restrisiko.